Selbst,- und Ständig

Mein letzer Blogartikel ist schon etwas her…, wie ihr ja wahrscheinlich alle mitbekommen habt, habe ich mich gerade als Yogalehrerin Selbstständig gemacht. Endlich meinen Traum zu Leben und nur für mich zu arbeiten, ohne Leistungsdruck von oben, ohne nervige Chefs, ohne Mitarbeiter die ständig etwas wollen, aber selber kaum bereit sind etwas einzubringen oder einem mal entgegen zu kommen. Ohne Kollegen, die, sobald du den Raum verlässt die Messer wetzen und sich hinter deinem Rücken die Mäuler zerreissen, weil sie Angst haben, dass du mit deinem Know How eine zu große Konkurrenz bist, oder einfach nur, weil sie mit ihrem eigenen Leben so unzufrieden sind, dass sie die Leben anderer schlecht reden müssen, damit sie ihr eigenes besser ertragen. Ich war es so satt und so leid, jeden Tag in einem miefigen Büro mit schlecht gelaunten Kollegen zu sitzen. In meinem früheren Leben war ich ja die absolute Karrierefrau, die es sich zum Ziel gesetzt hat, mit spätestens 30, jeden Monat eine 5-stellige Summe auf ihrem Konto zu sehen. Mein Job war alles für mich, meine Bestätigung, meine Zuflucht, meine Herausforderung, einfach alles was mich damals ausmachte.

Und dann kam meine Gesundheit dazwischen, und mein Körper zeigte mir klar und deutlich, dass ich diesen Lebenswandel nicht mehr weiter führen kann und darf. Und so jung wie ich damals war, mit Mitte 20, fragte ich mich natürlich lange Zeit,

Warum ich?

Warum passiert mir das?

Ich bin doch kein schlechter Mensch!

Nach vielen Jahren der Therapien, Kuren, vielen verschiedenen Ärzten und Behandlungsmethoden, Medikamentenkuren, Kortison, Spritzen hier, Infusionen da, Umschulung, da ich den alten Job nicht mehr ausüben darf, und nicht hören wollte, es nochmal probiert habe, und wieder auf die Nase viel, kam ich in zu einem Job, der mich noch unglücklicher und noch kranker machte. Und obwohl ich nicht wusste wie es weiter geht, war ich froh, als der Vertrag endlich auslief…, einerseits eine riesen Erleichterung, andererseits absolute Existenzängste. Und dann kommt das Leben und stößt dich in die Richtung wo du sechs Jahre zuvor schon warst, und zeigt dir, dass nun die Zeit wirklich reif ist, dass zu tun, was dich erfüllt, was dich glücklich macht, und was vielleicht sogar deine Berufung ist. Und dort stehe ich nun, an dem Punkt wo es heisst selbst und ständig. Ich freue mich jeden Tag aufs Neue das zu tun, was ich liebe. Merke aber auch, dass es sehr viel Kraft braucht, und dass ich immer wieder auf mich achten muss, mich nicht zu übernehmen, nicht zu viel von mir zu geben und mir auch meine Freizeit zu gönnen und nicht ständig am Handy oder Laptop zu hängen und Kundenanfragen zu bearbeiten, Rechnungen zu schreiben, nach neuen Kontakten zu suchen, neue Möglichkeiten aufzutun. Denn da wartet sie schon wieder auf mich, die böse Seite der Perfektion, der Ehrgeiz, dass immer mehr wollen. Mit Mitte 30 kenne ich mich und meinen Körper mittlerweile so gut, dass ich weiss, wann ich auf mich achten muss. Achtsamkeit. Ein großes Thema im Yoga. Ich bin sehr gerne und inbrünstig achtsam im Umgang mit anderen Lebewesen, doch vergesse ich mich gerne selbst dabei……

Autor: Jenny

Hi, ich bin Jen. Reisesüchtig, Yogaverliebt und ich mag gutes, gesundes Essen. Wenn du mehr von mir sehen und wissen möchtest, dann folge mir auf Instagram oder auf Facebook.

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