Yoga ist nicht immer einfach…

Ich bin jetzt fast 7 Wochen hier in dem Yoga Retreat. Und obwohl alles so wunderschön ist, die Arbeit Spaß macht, und alles sehr entspannt zugeht, ist es dennoch harte Arbeit. Kopfarbeit, Gefühlsarbeit, Herzarbeit, und nicht zu unterschätzen die körperliche Arbeit, der tägliche Prozess der durch das Yoga angeregt wird und immer tiefer eindringt in dein Bewusstsein, in deine Gedanken, ob du willst oder nicht. Das mich das erwartet war mir klar, denn ich kenne den Prozess schon aus der Yogalehrer Ausbildung, und auch aus meiner täglichen Yogapraxis zu Hause. Ich hatte großen Respekt davor, um nicht zu sagen Angst vor den Themen die hochkommen  würden, über die ich nicht mehr nachdenken möchte, weil ich müde bin, überdrüssig, weil ich meine eigenen Gedanken zu diesen Themen nicht mehr hören kann und nicht mehr hören will. Weil ich das Ganze einfach hinter mir lassen will, nicht jeden Tag diese Traurigkeit fühlen will, mich nicht jeden Tag fragen will, warum? Warum ich? Warum musste mir dieses oder jenes auch noch passieren, die letzten Jahre waren doch schon hart genug. Gesundheitlich, Emotional, auf allen Ebenen auf Links gedreht worden und wieder zurück, nichts war mehr an seinem Platz alles anders, alles nicht so wie ich es wollte, wie es meinen Plänen entsprach. Kompletter Neuanfang, dieses Gefühl keine Kraft mehr zu haben und doch immer weiter zu machen und sich am Ende zu fragen wie man es doch geschafft hat. Ich will, ich kann, ich mag nicht mehr darüber nachdenken, aber man lässt mir hier keine Wahl. Die ersten 3 Wochen waren unglaublich emotional. Das Yoga setzt durch Übungen vieles frei. Die Abend Klasse besteht zum Teil aus Yin Yoga bei dem man lange in den einzelnen Asanas (Übungen) verweilt um bestimmte Bereiche des Körpers zu öffnen (zu dehnen). Zum Beispiel die Hüften. In den Hüften sind unglaublich viele Emotionen gespeichert, es ist ein intimer Bereich, den die meisten von uns nur mit Menschen teilen, die ihnen sehr nahe stehen, also ein sehr emotionaler, privater Bereich. Hier passiert es oft, das einige, die länger hier sind, und diese Übungen täglich machen, irgendwann in Tränen ausbrechen, eben weil diese gespeicherten Emotionen durch die Asanas frei gesetzt werden. So erging es mir auch. Und auch wenn man hier nicht körperlich schwer arbeitet, ist doch diese Kopfarbeit, dieses bewältigen alter Emotionen, das Loslassen von Situationen, Menschen, Lebensplänen eine sehr anstrengende Arbeit, die die ganze Kraft verlangt. Und ich wehre mich immer noch, weil es weh tut, weil ich manchmal immer noch nicht akzeptieren will, dass das nun meine neue Realität ist… Aber wir alle wissen, verdrängen ist eben auch keine Lösung, also gehe ich brav jeden Tag zum Yoga und stelle mich diesen Emotionen, diesen Gedanken und vor allem diesen Träumen, die mir seit 3 Jahren meinen Schlaf rauben, Nacht für Nacht, und die mich aufschrecken lassen und ich mich erstmal fragen muss, wo ich bin, und was jetzt Realität ist und was nicht….

Autor: Jenny

Hi, ich bin Jen. Reisesüchtig, Yogaverliebt und ich mag gutes, gesundes Essen. Wenn du mehr von mir sehen und wissen möchtest, dann folge mir auf Instagram oder auf Facebook.

2 Gedanken zu „Yoga ist nicht immer einfach…“

  1. Liebe Jenny,
    ich bin gerade erst auf deinen Blog aufmerksam geworden und fühle mich von dem neuen Post angesprochen, beinahe emotional angezogen. Zwar praktiziere ich seit längerer Zeit nur noch unregelmäßig Yoga, habe aber nach wie vor noch Interesse daran, insbesondere zur Selbstfindung. Da ich dort gefühlt in der Schwebe hänge, wüsste ich gerne, wo du dein Retreat von über sieben Wochen absolvierst.
    Herzlichen Dank für den Einblick in deine privaten Emotionen und herzliche Grüße
    Marina

    1. Hallo liebe Marina,

      wie schön das du auf deinem Weg bist. 🙂
      Ich habe die Zeit auf Koh Yao Noi is Island Yoga Resort verbracht. Auf meinem Blog gibt es dazu eine ganze Kategorie, wo du noch mehr über meinen Alltag vor Ort nachlesen kannst.

      Für deinen Weg wären die Yogapraxis zusammen mit der Meditation natürlich eine tolle Möglichkeit deine Reise zu Dir selbst zu unterstützen.

      Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

      Alles Liebe,

      Jenny

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