Ausbildung zur Yogalehrerin Part 3

Nach drei Wochen in der völligen Abgeschiedenheit, ohne jegliche Ablenkung wie TV, Radio oder Internet, kam der Tag der Prüfung… Man wir waren alle doch etwas aufgeregt, sogar ich, die ja mit Prüfungsangst etc. sonst nichts am Hut hat. Aber dieses Mal war es irgendwie anders, denn man hat selber sehr viel Geld in diese Ausbildung investiert, und die eigene Zukunft hing jetzt vom bestehen der Prüfung ab, schließlich war mein Ziel ja, mich als Yogalehrerin selbstständig zu machen.

Erst kam die schriftliche Prüfung die in verschiedene Teile unterteilt war. Zum Beispiel ein Teil handelte von der Geschichte des Yoga, ein sehr großer Teil nur von der Anatomie des Menschen, und in einem Teil musste man beschreiben, welche Ausweichübungen man für diverse Probleme oder Gebrechen der Schüler aufzeigen muss, damit sich keiner während der Stunde verletzt. Und das ist genau das was ich meine, ich war damals bei einer “Yogalehrerin” die mir keinerlei Ausweichübungen an die Hand geben konnte, obwohl ich sie mehrfach darauf ansprach, dass ich immer sehr starke Rückenschmerzen nach ihrem Yogaunterricht hatte. Die einzige Aussage ihrerseits war, ich sollte mehr auf meinen Körper hören und Übungen die mir weh tun aussetzen. Das hätte für mich bedeutet das ich mindestens 70% der 90minütigen Stunde auf der Matte gesessen hätte und den anderen hätte zusehen können. Nach meiner Yogalehrerausbildung war mir klar, dass die werte Dame gar keine Ausbildung genossen hat, sondern wahrscheinlich einfach gern selber Yoga machte und sich dann dachte, dass sie ja auch damit Geld verdienen könnte. Wie ich schon in einem meiner anderen Posts erwähnt habe, ist Yogalehrer leider kein eingetragener Beruf, so dass jeder es unterrichten kann. Deswegen mein Tipp an euch, bitte fragt den/die Lehrer/in nach seinem/ihrem Zertifikat. Sonst könnt ihr euch wirklich verletzen. So zurück zum Test, also nach einer 3 stündigen schriftlichen Prüfung standen dann die praktischen Prüfungen an. Hier musste jeder seine vorbereitete Stunde vortragen, die Schüler korrigieren, und auch Ausweichübungen anbieten können. Alles wurde gefilmt, und von den Prüfern nochmal ausgewertet. Wir sollten ein paar Wochen später das Prüfungsergebnis schriftlich mitgeteilt bekommen.

Da standen wir nun, alle Sachen waren gepackt, eine große, tränenreiche  Verabschiedung folgte, und dann saß ich auf einmal alleine in meinem Auto. Nach drei Wochen fernab von allem weltlichen. Ich wollte nicht nach Hause. Ich wollte nicht wissen, was in der Welt alles passiert ist, ich wollte nicht zurück in den grauen Alltag. Ich wollte einfach für immer in diesem geschützten Dörfchen, vernab von Gut und Böse bleiben, und Yoga machen, und Kochen und Lernen und Lachen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich irgendwann im mega Stau stand und mich gefangen fühlte zwischen all diesen Autos, diesen ganzen Anzugträgern, die alle nur irgendwie schnell nach Hause kommen wollen, von ihrem ungeliebten Job, gestresst und unzufrieden. Ich dachte mir nur, was machst du hier eigentlich?

Aber gut, so ist das Leben nunmal, und man kann nicht immer vor dem Alltag fliehen, irgendwann muss man sich ihm stellen, dass tat ich dann auch…

Du möchtest auch die anderen beiden Beiträge zu meiner Ausbildung lesen? Dann klicke auf folgende Links:

Ausbildung zur Yogalehrerin Part 1

Ausbildung zur Yogalehrerin Part 2

Autor: Jenny

Hi, ich bin Jen. Reisesüchtig, Yogaverliebt und ich mag gutes, gesundes Essen. Wenn du mehr von mir sehen und wissen möchtest, dann folge mir auf Instagram oder auf Facebook.

2 Gedanken zu „Ausbildung zur Yogalehrerin Part 3“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.